Stein dreissig

Stein achtzehn

Stein fünfundzwanzig

 
Stein vierunddreissig

 
Stein zweiundvierzig

Stein fünfundfünfzig

Stein neun

 
Stein eins

Stein vierzehn

 
Stein achtunddreissig

Stein einundfünfzig




55 Edelsteine - ISOLATION

Ein wenig Wissen, ein einziger Kiesel vom Strand,
Ein Tropfen des Meeres; wer hätte geahnt, daß
diese Winzigkeit zuviel ist?


aus Robinson Jeffers "Science", in Selected Poetry; NY 1953
(Random House) - Amerikanischer Schriftsteller


Isolation eines Steines von seinen Mitsteinen.
Aus der Natur herausnehmen. Nach Hause mitnehmen.
Mit Distanz durch den Kamerasucherr SEHEN
Und auf ein zweidimensionales Objekt reduziert hinter eine Glascheibe isolieren.
Der Orginalstein - jetzt bereits SKULPTUR ist dem Betrachter ebenfalls entzogen.
Des Betrachters LUST eine Skulptur haptisch zu erfassen ist somit behindert.
Der Stein ist dem Betrachter nicht zugänglich - jedoch durch den Titel - BE-GREIFBAR.

Die Isolation der Steine erfolgte durch meine in diesem Moment bestehenden haptischen Bedürfnisse in dieser meiner Umgebung in der ich mich eben befand - etwas BERÜHREN - diese Berührung erfasste auch meine Seele und entspringt meiner spontan erlebten Ästhetik.
Der Stein hat in seiner Form als Skulptur HERAUSGERAGT, wurde von meinem Auge erfasst und sprach mehrere meiner Empfindungen an.
Das Sammeln der Steine bedeutet - Erinnerung mit nach Hause zu nehmen aber auch archaisches Sammeln, das bedeutet zusammentragen und besitzen.
Besitzen von etwas Aussergewöhnlichem und Einzigartigem liegt in jeder / jedem von uns.
Durch die zusätzliche Isolation eines einzelnen Kiesels in eine weisse Fläche - weiss ist ja "NICHTS" - eröffnet sich dem Betrachter eine veränderte Sicht im Gegensatz zu einem Strandspaziergang wo jeder auf eine astronomische Vielzahl von Steinen trifft.
Flusskieselsteine werden selten als Edelsteine betrachtet.
In dieser meiner Beschreibung beschreibe ich auch den Weg des Steines - vom unbekannten Urzustand in hunderten Kilometer weit entfernt liegenden Felsen, nach dem Abbruch durch Wasser, Frost und Eis, bis zur gegenwärtigen EDLEN Form und der ebenso unbekannten Timeline dieser VEREDELUNG.

Zitat: ... wird verschüttet / hat noch Myriarden andere Steine um sich / hält in seiner Schweere an den anderen immer Kontakt / reibt sich / wechselt die Seite des Flusses, nicht aber die Richtung / lässt vieles zurück / löst sich nicht nur im Wasser, sondern diffundiert sogar in die ätherische Luft / sein Bergab ist das Hinan in die edle Form, er wird geschmeidig....
... das Exponieren ist durch den Lauf und Weg des Flusses bestimmt. Er, der Fluss bestimmt die Richtung, bestimmt den Weg / im Abnehmen wird der Fels voller für ein bestimmtes Auge, wird durch den Abrieb veredelt...
WIE DER MENSCH